Eine Fassadensanierung in Berlin umfasst Reinigung, Rissverfüllung, Putzausbesserung und Anstrich, auf Wunsch mit Dämmung. Der Aufwand hängt am Schadensbild und daran, ob es sich um eine glatte Putzfassade oder um eine gegliederte Stuckfassade im Denkmalbestand handelt. Wichtig ist, die Ursache der Schäden zu finden, denn Risse und Feuchte kommen fast nie aus der Fassade selbst.
Fassadenschäden haben fast immer eine Ursache, die nicht in der Fassade liegt. Risse über Fensterstürzen kommen von Bewegung im Bauteil, Feuchteschäden im Sockel von einer fehlenden Horizontalsperre, Algen an der Nordseite von dauerhafter Durchfeuchtung durch eine undichte Verblechung.
Wer nur überstreicht, bekommt dasselbe Bild in zwei bis drei Jahren zurück. Deshalb beginnt jede Fassadensanierung mit einer Bestandsaufnahme vom Gerüst oder mit dem Fernglas: Wo sitzen die Risse, wie verlaufen sie, ist der Putz hohl, sind Anschlüsse und Bleche dicht.
Berliner Gründerzeitfassaden sind dabei ein eigenes Thema. Gesimse, Faschen, Konsolen und Ornamente lassen sich nicht mit der Rolle bearbeiten. Das ist Handarbeit, und der Aufwand liegt deutlich über dem einer glatten Fläche.
Was zur Fassadensanierung gehört
Bestandsaufnahme
Schadensbild aufnehmen, Risse einordnen, Putz auf Hohlstellen abklopfen, Anschlüsse und Verblechungen prüfen.
Gerüst
Aufbau, Standzeit und Abbau, mit Anmeldung und Absicherung des Gehwegs, wo es nötig ist.
Reinigung und Untergrundvorbereitung
Reinigung, Entfernen loser Beschichtungen, Grundierung passend zum Untergrund.
Rissverfüllung und Putzausbesserung
Risse öffnen, verfüllen und überarbeiten, Hohlstellen abschlagen und neu aufbauen, Anschlüsse herstellen.
Stuck und Gliederung
Gesimse, Faschen und Ornamente ergänzen und aufarbeiten, in Handarbeit statt in Serie.
Anstrich
Beschichtung passend zum Untergrund und zur Diffusionsfähigkeit, zweilagig aufgetragen.
Dämmung auf Wunsch
Wärmedämmverbundsystem, wenn die Fassade ohnehin eingerüstet ist. Dann lohnt sich der Zusatzaufwand am ehesten.
Ablauf einer Fassadensanierung
- 01Begehung und SchadensaufnahmeWir sehen uns die Fassade an, ordnen die Schäden ein und klären, ob eine Ursache dahintersteckt, die zuerst behoben werden muss.
- 02Angebot nach FlächenFassadenfläche und Gerüstfläche sind zwei verschiedene Größen. Wir weisen beide getrennt aus, damit Angebote vergleichbar bleiben.
- 03Gerüst und SchutzmaßnahmenAufbau, Staubschutz, Absicherung von Eingängen und Gehweg.
- 04InstandsetzungReinigung, Risse, Putz, Gliederung. Erst wenn dieser Teil sitzt, wird beschichtet.
- 05Anstrich und AbnahmeZweilagiger Anstrich, Abbau des Gerüsts, gemeinsame Abnahme mit Protokoll.
Denkmalschutz und Eigentümergemeinschaft
Steht das Haus unter Denkmalschutz oder in einem Erhaltungsgebiet, ist die Fassade der Teil, auf den die Behörde am genauesten schaut. Farbton, Putzstruktur und Gliederung sind dann nicht frei wählbar. Das ist vor der Beauftragung zu klären und nicht nach dem Gerüstaufbau.
Bei Wohnungseigentum ist die Fassade Gemeinschaftseigentum und damit beschlusspflichtig. Für die Eigentümerversammlung bereiten wir Angebote so auf, dass sie beschlussfähig sind: Einheitspreise statt einer Gesamtsumme, mindestens zwei Varianten und eine Gültigkeitsdauer, die bis nach der Versammlung reicht.
Wird im Zuge der Arbeiten gedämmt, kommt eine Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude infrage. Dafür muss ein Energieberater vor der Auftragsvergabe eingebunden sein. Wer zuerst beauftragt, verliert den Anspruch vollständig.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob meine Fassade saniert werden muss?
Typische Zeichen sind Risse, hohl klingender Putz, abblätternde Beschichtung, dunkle Feuchteränder im Sockel und Algenbewuchs. Entscheidend ist nicht das Aussehen, sondern ob Wasser eindringt.
Muss immer gedämmt werden?
Nein. Eine Dämmung ist eine eigene Entscheidung und im Bestand nicht immer die beste. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn die Fassade ohnehin eingerüstet wird, weil das Gerüst ein erheblicher Kostenblock ist.
Warum ist eine Stuckfassade so viel aufwendiger?
Weil jede Gliederung Handarbeit ist. Gesimse, Faschen und Ornamente lassen sich nicht flächig bearbeiten, und beschädigte Profile müssen nachgezogen oder ergänzt werden.
Wie lange steht das Gerüst?
Das hängt am Umfang, bei einer üblichen Instandsetzung mit Anstrich sind vier bis sechs Wochen normal. Bei Dämmung und aufwendiger Gliederung entsprechend länger.


