Im gewerblichen Bereich unterscheiden sich Sanitär und Heizung vom Wohnungsbau vor allem durch Gleichzeitigkeit, Betreiberpflichten und Sonderanlagen. Eine Bürowaschanlage, eine Gastronomieküche und eine Werkhalle haben völlig unterschiedliche Spitzenlasten, und danach richtet sich die Auslegung. Dazu kommen Anlagen, die es im Wohnungsbau selten gibt: Fettabscheider für Küchen, Hebeanlagen für Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene und Druckerhöhung für höhere Gebäude. Diese Anlagen sind wartungs- und dokumentationspflichtig, und die Pflicht trifft den Betreiber.
Der Unterschied zwischen einem Wohnhaus und einem Gewerbeobjekt zeigt sich am deutlichsten in der Gleichzeitigkeit. In einem Bürogebäude spülen um zwölf Uhr zwanzig WCs im selben Moment, in einem Wohnhaus praktisch nie. Wer eine Gewerbeinstallation nach Wohnungsbaumaßstäben auslegt, bekommt entweder Druckprobleme oder eine überdimensionierte Anlage mit Stagnation.
Der zweite Unterschied sind die Pflichten. Für Fettabscheider, Hebeanlagen, Rückstausicherungen und Sicherungseinrichtungen im Trinkwassernetz bestehen Prüf- und Wartungsintervalle, die der Betreiber einzuhalten hat. Bei einem Schaden ist die Dokumentation dieser Wartungen der erste Punkt, den Versicherer und Behörde sehen wollen.
Wir arbeiten deshalb im gewerblichen Bereich mit Anlagenverzeichnis und Wartungsplan. Sie wissen, welche Anlage wann geprüft wurde und wann sie das nächste Mal fällig ist, und Sie haben die Protokolle an einer Stelle statt in fünf Ordnern. In Berlin betrifft das vor allem Gastronomie, Praxen und Bürohäuser, in denen die Technik im laufenden Betrieb instand gehalten werden muss.
Was wir für Gewerbeobjekte ausführen
Großanlagen für Wohnbau und Büro
Zentrale Wärmeerzeugung, Verteilnetze über mehrere Geschosse, Steigstrangsanierung im bewohnten Bestand mit abschnittsweiser Ausführung und angekündigten Sperrzeiten.
Technische Gebäudeausrüstung
Sanitär, Heizung und die zugehörige Regelung als zusammenhängendes System geplant, ausgeführt und dokumentiert, abgestimmt mit Elektro und Lüftung.
Gastronomie
Küchenanschlüsse, Reihenwaschanlagen, Warmwasserbereitung nach tatsächlichem Bedarfsprofil und die Entwässerung der Küche einschließlich Fettabscheider.
Fettabscheider
Auslegung nach Anfall und Anschlussleistung, Einbau, Anbindung an die Entwässerung und Organisation der regelmäßigen Entleerung und Kontrolle.
Hebeanlagen
Für alle Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene, mit Rückstauschleife über die Rückstauebene, Alarmierung und einem Wartungsintervall passend zur Nutzungsart.
Druckerhöhungsanlagen
Wo der Versorgungsdruck an der obersten Entnahmestelle nicht mehr ausreicht, ausgelegt auf den tatsächlichen Spitzenvolumenstrom und mit der erforderlichen Absicherung zum Netz.
Wartung und Betreiberdokumentation
Anlagenverzeichnis, Wartungsplan mit Fälligkeiten und Protokolle je Anlage, damit der Nachweis im Schadensfall ohne Suche vorliegt.
Ablauf bei Gewerbeprojekten
- 01Bedarf und NutzungsprofilWir klären, wer wann wie viel Wasser und Wärme braucht. Aus dem Nutzungsprofil ergibt sich die Auslegung, nicht aus der Quadratmeterzahl.
- 02Bestand und RandbedingungenAnschlussleistungen, Steigstränge, Rückstauebene, verfügbare Technikflächen und die Frage, was im laufenden Betrieb möglich ist.
- 03Planung und AbstimmungTechnische Festlegung, Abstimmung mit Elektro und Lüftung sowie mit Netzbetreiber und, wo einschlägig, mit den zuständigen Stellen für Entwässerung.
- 04Ausführung in AbschnittenIm laufenden Betrieb wird abschnittsweise gearbeitet, mit angekündigten Sperrzeiten und provisorischer Versorgung, wo sie nötig ist.
- 05Inbetriebnahme und EinweisungEinregulierung, Prüfprotokolle, Einweisung des Betreibers oder des Hausmeisters in Bedienung, Alarme und Wartungspunkte.
- 06WartungsplanÜbergabe des Anlagenverzeichnisses mit den Fälligkeiten und, auf Wunsch, Übernahme der Wartung mit Terminerinnerung.
Rückstauebene, Fettabscheider und Betreiberpflichten
Die Rückstauebene ist bei den meisten Grundstücken die Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Alles, was darunter liegt, kann bei einem Rückstau im öffentlichen Kanal geflutet werden. Deshalb dürfen Ablaufstellen unterhalb dieser Ebene nicht im freien Gefälle angeschlossen werden, sondern gehören über eine Hebeanlage mit einer Druckleitung geführt, die als Schleife über die Rückstauebene läuft. Ein Rückstauverschluss allein ist nur in engen Ausnahmefällen zulässig, etwa bei untergeordneter Nutzung und wenn ein WC oberhalb der Rückstauebene zur Verfügung steht.
Fettabscheider sind der Punkt, an dem gastronomische Betriebe am häufigsten Ärger bekommen, und zwar selten wegen der Technik, sondern wegen des Betriebs. Der Abscheider muss regelmäßig entleert und gereinigt werden, in der Praxis meist im Zwei-Wochen-Rhythmus, dazu kommen die Eigenkontrolle durch den Betrieb und die wiederkehrende Generalinspektion durch einen Fachkundigen. Ohne Betriebstagebuch und Entsorgungsnachweise fehlt bei einer Kontrolle genau der Nachweis, auf den es ankommt.
Für Hebeanlagen gelten je nach Nutzung unterschiedliche Wartungsintervalle. In gewerblich genutzten Objekten ist eine Wartung vierteljährlich üblich, in Mehrfamilienhäusern halbjährlich und in Einfamilienhäusern jährlich. Der Grund für den engeren Takt im Gewerbe ist nicht die Technik, sondern das, was hineingelangt. Feuchttücher, Fett und Speisereste sind die häufigste Ausfallursache, und ein ausgefallener Alarmgeber fällt erst auf, wenn der Keller schon nass ist.
Häufige Fragen
Können Sie im laufenden Betrieb arbeiten?
Ja, das ist im Gewerbe die Regel. Wir arbeiten abschnittsweise, kündigen Sperrzeiten vorher an und richten provisorische Versorgungen ein, wo der Betrieb sie braucht. Arbeiten mit Betriebsunterbrechung legen wir auf Randzeiten.
Wann brauche ich eine Hebeanlage?
Immer dann, wenn Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene liegen, also typischerweise im Untergeschoss. Die Rückstauebene ist in der Regel die Straßenoberkante. Ein Rückstauverschluss ist nur in engen Ausnahmefällen ein zulässiger Ersatz.
Wie oft muss ein Fettabscheider entleert werden?
In der Praxis meist alle zwei Wochen, abhängig vom Fettanfall des Betriebs. Dazu kommen die Eigenkontrolle und die wiederkehrende Generalinspektion durch einen Fachkundigen. Entsorgungsnachweise und Betriebstagebuch gehören lückenlos geführt.
Übernehmen Sie auch die Dokumentation für den Betreiber?
Ja. Wir legen ein Anlagenverzeichnis mit Fälligkeiten an und übergeben die Protokolle je Anlage. Auf Wunsch erinnern wir an die anstehenden Termine und führen die Wartung selbst durch.
Planen Sie auch die Lüftung mit?
Die Abstimmung mit der Lüftung übernehmen wir, weil Wärmeerzeugung und Lüftung an denselben Kennwerten hängen. Die Ausführung der raumlufttechnischen Anlagen selbst vergeben wir an einen Fachbetrieb und führen die Schnittstelle.

