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Sanitär und Heizung

Wärmepumpe und regenerative Energien in Berlin

Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen, Solarthermie und Hybridsysteme. Wir prüfen vorher, ob das Gebäude die niedrigen Systemtemperaturen hergibt.

  • Prüfung der Vorlauftemperatur vor dem Angebot
  • Schallschutz und Aufstellort geklärt
  • Fördermittel vor der Beauftragung

Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft oder dem Erdreich Wärme und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. Wirtschaftlich arbeitet sie nur bei niedriger Vorlauftemperatur, weshalb vor jedem Angebot geprüft wird, ob die vorhandenen Heizflächen ausreichen oder vergrößert werden müssen. In Berliner Bestandsgebäuden entscheiden außerdem Aufstellort und Schallschutz darüber, was genehmigungsfrei möglich ist. Für Förderungen gilt in allen Programmen dieselbe harte Regel: erst der Antrag, dann der Auftrag.

Die Frage ist selten, ob eine Wärmepumpe technisch funktioniert. Sie funktioniert auch im Altbau. Die Frage ist, bei welcher Vorlauftemperatur sie das tut, denn davon hängt ab, wie viel Strom sie dafür braucht. Jedes Grad weniger Vorlauf verbessert die Arbeitszahl spürbar.

Deshalb steht am Anfang keine Geräteempfehlung, sondern eine Rechnung: Heizlast des Gebäudes, vorhandene Heizflächen, erreichbare Systemtemperatur. Kommt dabei heraus, dass die Anlage im kalten Januar nur mit hoher Vorlauftemperatur trägt, sagen wir das und zeigen die Alternativen, statt ein Gerät zu verkaufen, das nachher mit dem Heizstab läuft.

In Berlin kommt der Aufstellort dazu. Innenhöfe, enge Seitenstreifen und kurze Abstände zum Nachbarfenster sind die Regel und nicht die Ausnahme. Ein Außengerät, das nachts in einem Wohngebiet die Immissionsrichtwerte reißt, ist ein Problem, das sich nachträglich nur mit Aufwand entschärfen lässt.

Was wir im Bereich regenerative Wärme ausführen

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen

    Auslegung, Aufstellung als Außen-, Innen- oder Splitgerät, hydraulische Einbindung, Pufferspeicher und Regelung. Aufstellort und Schallsituation werden vor dem Angebot geprüft.

  • Sole-Wasser-Wärmepumpen

    Erdgekoppelte Anlagen mit Sonden oder Flächenkollektor, einschließlich Abstimmung mit dem Bohrunternehmen. Erdwärmesonden sind wasserrechtlich anzeigepflichtig, das gehört vor die Planung.

  • Solarthermie

    Kollektoren für Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung, Speicherauslegung, Absicherung gegen Stagnation im Sommer. Sinnvoll vor allem dort, wo der Warmwasserbedarf gleichmäßig anfällt.

  • Hybridsysteme

    Kombination aus Wärmepumpe und vorhandenem Gas- oder Ölkessel, wobei die Wärmepumpe den Grundbedarf deckt und der Kessel nur die kältesten Tage abfängt. Ein sinnvoller Weg, wenn die Hülle noch nicht saniert ist.

  • Heizflächen anpassen

    Vergrößerung der Heizkörper oder Ergänzung durch Flächenheizung, damit die Anlage mit niedriger Vorlauftemperatur auskommt. Ohne diesen Schritt bleibt jede Wärmepumpe im Bestand ein Kompromiss.

  • Fördermittelberatung

    Wir benennen die zutreffenden Programme und die nötigen Nachweise und stimmen ab, wann welcher Schritt zu erfolgen hat. Der Antrag gehört immer vor die Auftragsvergabe.

Von der Prüfung bis zur Inbetriebnahme

  1. 01Prüfung der EignungHeizlast, vorhandene Heizflächen und erreichbare Vorlauftemperatur werden gerechnet. Ergebnis ist eine belastbare Aussage, ob und mit welchem Vorlauf die Anlage trägt.
  2. 02Aufstellort und SchallWir prüfen Abstände zur Nachbarbebauung, Aufstellfläche, Luftführung und Kondensatableitung und ordnen die zu erwartende Schallsituation ein.
  3. 03Förderung klärenProgramme, Nachweise und Reihenfolge festlegen. Erst wenn der Antragsweg klar ist, wird beauftragt, notfalls über einen Vertrag mit aufschiebender Bedingung.
  4. 04Montage und EinbindungAufstellung, hydraulische Einbindung mit Speicher, Elektroanschluss in Abstimmung mit dem Elektriker, Anmeldung beim Netzbetreiber.
  5. 05Inbetriebnahme und EinregulierungHeizkurve einstellen, hydraulischen Abgleich durchführen, Betriebswerte dokumentieren.
  6. 06Nachschau im ersten WinterNach der ersten kalten Periode sehen wir uns die Betriebsdaten an und regeln nach. Erst dann läuft eine Wärmepumpe wirklich auf ihrem Punkt.

Was über die Wirtschaftlichkeit entscheidet

Die Kennzahl, an der sich alles bemisst, ist die Jahresarbeitszahl: das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr. Sie hängt in erster Linie an der Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Vorlauf. Deshalb bringt jede Maßnahme, die den Vorlauf senkt, mehr als jede Gerätewahl: größere Heizkörper, eine Flächenheizung, gedämmte Verteilleitungen, ein sauberer hydraulischer Abgleich.

Der zweite Punkt ist Schall. Für die Beurteilung von Außengeräten gelten die Immissionsrichtwerte der TA Lärm, und maßgeblich ist der Nachtwert am Fenster des nächstgelegenen schutzbedürftigen Raums, nicht der Wert direkt am Gerät. In dicht bebauten Berliner Quartieren ist das der Punkt, an dem Planungen kippen. Aufstellort, Ausrichtung der Ausblasöffnung, Abstand zu reflektierenden Wänden und die Betriebsweise in der Nacht lassen sich beeinflussen, wenn man vorher darüber spricht.

Zum Dritten die Förderung. Zu Fördersätzen machen wir bewusst keine festen Angaben, weil sich die Konditionen mehrmals im Jahr ändern und immer die Fassung zum Zeitpunkt der Antragstellung gilt. Unverändert ist dagegen die Reihenfolge: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Wer zuerst unterschreibt, verliert den Anspruch vollständig, unabhängig davon, wie förderfähig die Anlage technisch wäre.

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im unsanierten Altbau?

Technisch ja, wirtschaftlich hängt es an der nötigen Vorlauftemperatur. Wenn die vorhandenen Heizkörper im Auslegungsfall hohe Temperaturen brauchen, sinkt die Arbeitszahl deutlich. Häufig genügt es, einzelne Heizflächen zu vergrößern, statt die ganze Hülle zu sanieren. Das rechnen wir vorher durch.

Brauche ich für die Wärmepumpe eine Genehmigung?

Für ein Außengerät ist in der Regel keine Baugenehmigung nötig, die nachbarschützenden Anforderungen an den Schallschutz gelten aber unabhängig davon. Erdwärmesonden sind wasserrechtlich anzeigepflichtig und in Wasserschutzgebieten eingeschränkt. Das klären wir vor der Planung.

Wie laut ist ein Außengerät?

Die Herstellerangaben beziehen sich auf den Schallleistungspegel, entscheidend ist aber der Pegel am Nachbarfenster. Der hängt von Abstand, Aufstellung und Umgebung ab. Deshalb ordnen wir die Situation vor Ort ein und wählen den Aufstellort danach aus, nicht nach dem freien Platz.

Lohnt sich Solarthermie neben einer Wärmepumpe?

Für die reine Warmwasserbereitung kann sie sinnvoll sein, vor allem bei gleichmäßigem Bedarf. In vielen Fällen ist Photovoltaik in Verbindung mit der Wärmepumpe aber die einfachere Lösung, weil sie sich flexibler nutzen lässt. Wir vergleichen beides anhand Ihres Bedarfs.

Kann ich meinen alten Kessel behalten?

Als Hybridlösung ja. Die Wärmepumpe deckt dann den größten Teil des Jahres ab, der Kessel springt nur an den kältesten Tagen ein. Das ist häufig der pragmatische Weg, wenn die Gebäudehülle erst später an der Reihe ist.

Das passt dazu

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