Eine digitale Heizungsregelung macht sichtbar und bedienbar, was die Anlage tut: Vorlauftemperatur, Heizkurve, Raumtemperaturen und Betriebszeiten. Sinnvoll ist sie erst, wenn die Anlage hydraulisch abgeglichen ist, denn eine App verteilt keine Wassermengen. Der größere Nutzen liegt meist in der Fernwartung: Betriebsdaten und Störmeldungen erreichen den Fachbetrieb, bevor die Anlage ausfällt. Das Gebäudeenergiegesetz verlangt für neu eingebaute Heizungen ohnehin eine Einzelraumregelung, und genau dort setzt die Digitalisierung sinnvoll an.
Die Erwartung an eine smarte Heizung ist meistens: Sie soll Energie sparen. Das tut sie, aber nicht durch die App, sondern durch das, was die App möglich macht. Absenkzeiten, die zur tatsächlichen Nutzung passen, eine Heizkurve, die zum Gebäude passt, und Räume, die einzeln geregelt werden statt über ein Thermostat im Flur.
Was eine App dagegen nicht kann, ist eine unausgeglichene Anlage reparieren. Wenn der hintere Raum zu wenig Wassermenge bekommt, wird er auch mit einem Funkthermostat nicht warm. Deshalb steht bei uns der hydraulische Abgleich vor der Digitalisierung und nicht danach.
Der zweite Nutzen wird oft unterschätzt. Eine angebundene Anlage meldet Störungen und liefert Betriebsdaten. Ein schleichender Druckverlust, häufiges Takten oder eine Störmeldung um drei Uhr nachts sind Dinge, die wir sehen können, bevor der Anruf kommt. Im Berliner Altbau ist der hydraulische Abgleich dabei wichtiger als jede App, weil sonst einzelne Räume warm werden und andere kalt bleiben, egal was eingestellt ist.
Was wir im Bereich Digitalisierung umsetzen
Einbindung ins Smart Home
Anbindung des Wärmeerzeugers und der Raumregelung an ein vorhandenes System, sofern die Schnittstelle offen ist. Wir prüfen vorher, ob Gerät und System zusammenpassen.
Digitale Heizungsregelung per App
Zugriff auf Betriebszeiten, Absenkung, Warmwasserladung und Heizkurve, dazu Auswertung der Betriebsdaten über die Heizperiode.
Einzelraumregelung
Raumweise Regelung über Stellantriebe und Raumfühler, bei Flächenheizungen über den Verteiler. Für neu eingebaute Heizungen ist die Einzelraumregelung gesetzlich verlangt.
Fernwartung
Sicherer Zugriff des Fachbetriebs auf die Regelung, um Einstellungen anzupassen, ohne dass jemand anreisen muss. Die Freigabe erteilen Sie und können sie jederzeit widerrufen.
Monitoring und Störmeldung
Automatische Meldung von Störungen und Grenzwertüberschreitungen. Für Verwaltungen mit mehreren Objekten die Alternative zum Anruf des Mieters am Sonntagabend.
Leckageschutz
Sensoren an gefährdeten Stellen und, wo sinnvoll, eine automatische Absperrung im Hauptstrang. Der wirksamste Schutz gegen Wasserschäden in selten genutzten Objekten.
Von der Anlage zur Anbindung
- 01Bestand prüfenWelcher Wärmeerzeuger, welche Regelung, welche Schnittstellen. Nicht jedes ältere Gerät lässt sich sinnvoll anbinden, und das sagen wir vorher.
- 02Anlage in Ordnung bringenHydraulischer Abgleich und Einstellung der Heizkurve. Erst eine korrekt eingestellte Anlage profitiert von einer Regelung.
- 03Komponenten festlegenAuswahl von Regelung, Stellantrieben und Fühlern, Klärung von Funk oder Bus und der Frage, was ohne Cloud funktionieren muss.
- 04Montage und EinbindungInstallation, Parametrierung, Anbindung ans Netzwerk in Abstimmung mit dem Elektriker, Test der Störmeldewege.
- 05Einweisung und NachjustierungErklärung der Bedienung und, nach den ersten kalten Wochen, Anpassung der Einstellungen anhand der Betriebsdaten.
Was digital wirklich bringt und was nicht
Der größte Einzelhebel bleibt die Vorlauftemperatur, und die stellt keine App von allein richtig ein. Eine Regelung hilft dabei, weil sie die Rückmeldung liefert: Wenn im Januar alle Räume ihre Solltemperatur halten und die Ventile nie voll öffnen, ist die Heizkurve zu hoch eingestellt. Ohne Daten ist das ein Bauchgefühl, mit Daten eine Einstellung, die sich in Schritten nachziehen lässt.
Bei der Auswahl der Komponenten ist die wichtigste Frage nicht der Funktionsumfang, sondern die Abhängigkeit. Eine Regelung, die ohne Internetverbindung und ohne den Server des Herstellers nicht mehr heizt, ist im Gebäude die falsche Wahl. Wir legen deshalb Wert darauf, dass die Grundfunktion lokal weiterläuft und die Cloud nur den Komfort liefert. Dazu kommt die Frage nach der Lebensdauer: Eine Heizung läuft zwanzig Jahre, eine App-Generation selten fünf.
Bei Fernwartung und Monitoring geht es außerdem um Daten. Betriebsdaten einer Wohnung lassen Rückschlüsse auf Anwesenheit zu, weshalb der Zugriff auf das beschränkt bleibt, was für die Anlagenbetreuung nötig ist, und Sie ihn jederzeit widerrufen können. In vermieteten Objekten ist die Nutzung solcher Systeme mit den Mietern zu regeln, bevor sie eingerichtet werden, und nicht danach.
Häufige Fragen
Spart eine smarte Heizungsregelung wirklich Energie?
Sie ermöglicht Einsparungen, erzeugt sie aber nicht von selbst. Die Ersparnis kommt aus passenden Absenkzeiten, einer korrekt eingestellten Heizkurve und einer raumweisen Regelung. Ist die Anlage nicht abgeglichen, bleibt der Effekt gering, deshalb machen wir den Abgleich zuerst.
Lässt sich meine vorhandene Heizung nachrüsten?
Häufig ja, wenn der Wärmeerzeuger über eine offene oder herstellerseitig unterstützte Schnittstelle verfügt. Bei sehr alten Geräten ist eine sinnvolle Anbindung oft nicht möglich, dann bleibt die Nachrüstung auf die Raumregelung beschränkt. Das prüfen wir am Gerät.
Funktioniert die Heizung noch, wenn das Internet ausfällt?
Bei den Lösungen, die wir einsetzen, ja. Die Grundfunktion muss lokal weiterlaufen, die Verbindung nach außen dient der Bedienung aus der Ferne und der Störmeldung. Systeme, die ohne Cloud nicht heizen, bauen wir nicht ein.
Was bringt Fernwartung?
Wir können Einstellungen anpassen und Störungen einordnen, ohne dass jemand anreist, und wir sehen schleichende Probleme wie Druckverlust oder häufiges Takten, bevor die Anlage stehen bleibt. Bei Verwaltungen mit mehreren Objekten ersetzt das eine Menge Fahrten.


