Einbaumöbel nutzen genau die Flächen, an denen Standardmöbel scheitern: Dachschrägen, Nischen, Wandvorsprünge und der Bereich bis unter die Decke. Gefertigt wird nach Aufmaß, montiert wird fest im Raum. In einer typischen Berliner Altbauwohnung gewinnt man damit gegenüber Schranklösungen von der Stange spürbar Stauraum, weil kein Zentimeter als Fuge verloren geht.
In fast jeder Wohnung gibt es Flächen, die niemand nutzt. Der halbe Meter neben dem Schornstein, die Nische neben dem Fenster, der Bereich zwischen Schrankoberkante und Decke, die Schräge unter dem Dach. Zusammengerechnet sind das schnell mehrere Quadratmeter.
Einbaumöbel holen genau diese Flächen zurück. Sie werden nach Aufmaß gefertigt und fest im Raum montiert, sodass keine Fuge zur Wand bleibt und die Front bündig mit der Wandebene abschließen kann. Im Ergebnis sieht der Raum ruhiger aus, obwohl mehr hineinpasst.
Der Aufwand steckt dabei nicht im Schrank, sondern in der Anpassung. Eine Dachschräge ist selten in beiden Richtungen gleich, eine Altbauwand fast nie im Lot. Jedes Teil wird deshalb einzeln zugeschnitten. Genau das ist der Grund, warum ein Einbauschrank in der Schräge mehr kostet als eine gerade Schrankwand.
Typische Einbaumöbel
Kleiderschrank in der Dachschräge
Auszüge, Kleiderstangen und Schubkästen so angeordnet, dass auch der niedrige Bereich nutzbar bleibt.
Nischenschrank
Für die Nische neben Schornstein oder Fenster, bündig zur Wandebene, mit Griffmulden statt aufgesetzter Griffe.
Garderobe
Im Flur, oft der engste Raum der Wohnung. Flache Bauweise, Sitzbank, Schuhauszüge und geschlossene Fronten.
Regalwand
Wandfüllend bis unter die Decke, mit geschlossenen und offenen Fächern, auf Wunsch mit integrierter Beleuchtung.
Schreibtisch und Arbeitsplatz
In der Nische oder im Schrank versteckt, mit Kabelführung und Steckdosen an der richtigen Stelle.
Stauraum unter Treppe und Fensterbank
Auszüge und Klappen für Flächen, an die man sonst nicht herankommt.
Vom Aufmaß bis zum fertigen Einbau
- 01Aufmaß vor OrtWir messen die Nische oder Schräge an mehreren Punkten, prüfen Lot und Waage und nehmen Steckdosen und Leitungen auf.
- 02Planung mit InnenaufteilungNicht nur der Korpus, sondern auch die Aufteilung innen wird geplant, also was wo hineinsoll.
- 03Zeichnung und FreigabeSie sehen Maße, Fronten, Griffe und Oberflächen vor der Fertigung.
- 04Fertigung in der WerkstattJedes Teil wird auf die tatsächlichen Maße zugeschnitten, nicht auf Rastermaße.
- 05Montage und AnpassungEinbau vor Ort mit Ausgleich der Wandschiefen, Blenden und Anschlussleisten passgenau eingesetzt.
Was einen guten Einbauschrank ausmacht
Der erste Punkt ist die Innenaufteilung. Ein Schrank, der nur eine Stange und ein Fachbrett hat, verschenkt bei zweieinhalb Metern Höhe den größten Teil des Volumens. Sinnvoll geplant sind zwei Hängebereiche übereinander, Auszüge im unteren Drittel und Kästen für das, was selten gebraucht wird, ganz oben.
Der zweite Punkt ist der Anschluss an den Raum. Eine Blende, die die Wandschiefe aufnimmt, ist der Unterschied zwischen eingebaut und hingestellt. Bei Altbauwänden sind das gern zwei bis drei Zentimeter über die Höhe, die irgendwo verschwinden müssen.
Der dritte Punkt sind die Fronten. In kleinen Räumen sind Schiebetüren die bessere Wahl, weil keine Fläche zum Öffnen freibleiben muss. Bei Drehtüren ist die Frage, ob vor dem Schrank überhaupt genug Platz ist. Das klären wir beim Aufmaß und nicht bei der Montage.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Einbauschrank gegenüber einem Schrank von der Stange?
Immer dann, wenn die Fläche nicht rechtwinklig ist oder bis unter die Decke genutzt werden soll. In einer geraden, hohen Wand ohne Besonderheiten ist ein guter Standardschrank oft ausreichend. Wir sagen Ihnen das auch, wenn es so ist.
Kann ein Einbaumöbel beim Umzug mit?
In der Regel nicht, es ist auf den Raum gebaut. Deshalb ist es eine Investition in die Wohnung und nicht in den Hausstand. Bei Mietwohnungen sollte der Rückbau vorher mit dem Vermieter geklärt sein.
Wie lange dauert es von der Anfrage bis zur Montage?
Aufmaß und Entwurf brauchen ein bis zwei Wochen, die Fertigung danach sechs bis zehn. Bei laufender Sanierung planen wir das parallel, damit am Ende nicht noch einmal gewartet wird.
Bauen Sie auch in Mietwohnungen ein?
Ja, das ist häufig. Sinnvoll ist eine kurze schriftliche Abstimmung mit dem Vermieter zum Rückbau, bevor gebaut wird.


